Von Umweltschutz bis Künstliche Intelligenz

09.05.2019

Bayerns Nachwuchsforscher beweisen Kreativität und Zielstrebigkeit!

In Vertretung des Bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder habe ich am 09.05.2019 die Siegerinnen und Sieger des Landeswettbewerbs Bayern „Jugend forscht 2019“ bei einem Empfang im Prinz-Carl-Palais in München geehrt.

Unsere bayerischen Siegerinnen und Sieger bei ‚Jugend forscht‘ haben meinen höchsten Respekt. Sie alle haben mit viel Erfindergeist und Kreativität, Energie und Durchhaltevermögen ihre eigenen Forschungs- und Entwicklungsideen verfolgt. Dabei sind die jüngsten Preisträger gerade einmal 12 Jahre alt. Ich bewundere die Zielstrebigkeit dieser jungen Talente, die neben der Schule ihre anspruchsvollen Projekte verfolgen, auch wenn es kompliziert wird. Der Erfolg der Preisträgerinnen und Preisträger ist auch eine Bestätigung für die Förderung von Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik an bayerischen Schulen. Eine gute MINT-Bildung ist das Fundament für den Technologiestandort Bayern. Wir brauchen junge Forscherinnen und Forscher, um auch in Zukunft erfolgreich zu sein.“ Das verdient unser aller Anerkennung und zeigt: Bayern ist das Land der klugen und fleißigen Köpfe, wo Wissenschaft und Forschung schon junge Menschen begeistern und zu Höchstleistungen motivieren.

Die 21 Siegerinnen und Sieger in diesem Jahr stammen aus Augsburg, Aschaffenburg, Berchtesgaden, Coburg, Hösbach, Krumbach, München, Pfaffenhofen an der Ilm, Regensburg, Straubing und Traunstein. Sie sind zwischen 12 und 20 Jahre jung, besuchen die Schule oder haben ihr Studium aufgenommen. In ihren Wettbewerbsbeiträgen haben sie sich mit so unterschiedlichen Fragen beschäftigt wie der Entwicklung einer auf jedem PC lauffähigen künstlichen Intelligenz oder dem Einsatz von Papierleimungsmittel zur Beseitigung von Ölverschmutzungen. Gewonnen haben sie damit nach Bewertung durch eine Fachjury in folgenden sieben Fachkategorien des Landeswettbewerbs:

Arbeitswelt:

Gerold, Anna und Felix Kiefl, Schüler am Ludwigsgymnasium Straubing, entwickelten ein Warnsystem für Stoma Patienten mit einem künstlichen Dünndarmausgang (Ileostoma). Der Stoma-Warner verbessert die Teilhabe betroffener Menschen am täglichen Leben.

Biologie:

David Haney, Dominik Kanzler und Michael Merk, Schüler am Simpert-Kraemer-Gymnasium Krumbach, führten eine Ursachenforschung zur Rotfärbung an Blättern des Stinkenden Storchschnabels (Geranium Robertianum) durch. Mit Hilfe von Freilandbeobachtungen, statistischen Erfassungen und Experimenten konnte gezeigt werden, dass es sich bei der Färbung um einen Schutz vor erhöhter Sonneneinstrahlung handelt.

Josef Henn vom Schyren-Gymnasium Paffenhofen an der Ilm, überzeugte mit seiner Kartierung des Fledermausvorkommens in 31 Kirchen des südlichen Landkreises Pfaffenhofen im Sommer 2018. Dabei wurden verschiedene Arten sowie ein Anstieg des Fledermausvorkommens im Vergleich zu einer Untersuchung aus dem Jahr 1999 nachgewiesen.

Chemie:

Paul Kunisch und Thomas Derra, Schüler am Friedrich-Dessauer-Gymnasium Aschaffenburg, erforschten, wie sich ein Papierleimungsmittel als Superabsorber bei Ölverschmutzungen nutzen lässt. Anwendungsbeispiele sind die Entfernung von Ölfilmen auf der Wasseroberfläche und von gelösten Kohlenwasserstoffen unter der Wasseroberfläche sowie die Beseitigung von Ölspuren auf Straßenbelägen.

Geo- und Raumwissenschaften:

Jonas Köhler, Schüler am Hanns-Seidel-Gymnasium Hösbach, analysierte den Spessartwald durch Fernerkundung anhand Art, Alter und Diversität mit Hilfe eines für den Spessart entwickelten Index. In einem mehrstufigen Prozess wurden so Informationen zum Baumbestand und zur Biodiversität des Spessarts gesammelt.

Mathematik/Informatik:

Thomas Sedlmeyr und Philip Haitzer, Schüler am Chiemgau-Gymnasium Traunstein, entwickelten „AnnI“, eine künstliche Intelligenz für jeden. Die Trainingsgenauigkeit kann mit professionellen Programmen mithalten und benötigt nur wenig Rechenleistung. Mit Hilfe von 900 Schülern wurden Trainingsdatenbanken für Handschrift angelegt und damit die Erkennungsgenauigkeit des Systems verbessert.

Jakov Wallbrecher, Paul Schappert und Jonathan Treffler, Schüler am Gymnasium der Regensburger Domspatzen, Regensburg, lösten mit dem n-Damenproblem eine klassische Schachaufgabe auf einem adiabatischen Quantencomputer. Die Schüler übersetzen das Problem zunächst in die Sprache der Mathematik und entwickelten dann eine Funktion, die auf den Quantencomputer übertragen werden konnte.

Physik:

Nils Wagner, Student an der Technischen Universität München, führte eine Untersuchung fliegender Gyroskope durch. Fliegende Gyroskope weisen aufgrund ihrer Rotation eine große Stabilität auf (z. B. Frisbee). Mit dem entwickelten Programm wurde die Flugbahn eines speziellen Gyroskops vorausberechnet und anschließend am realen Objekt getestet.

Technik:

Leopold Franz, Fabian Beck und Viktor Neumaier, Schüler am Gymnasium Ernestinum Coburg, befassten sich mit 3D-Druck für Hochvakuumanwendungen. Sie entwickelten eine Vakuumkammer, die als Prüfstand für weitere Modelle dienen kann. Es wurden drei unterschiedliche Komponenten gedruckt und auf ihre Vakuumtauglichkeit untersucht.

Simon Metzendorf, Schüler am Gymnasium Berchtesgaden, entwickelte eine Murmel-Musik-Maschine. Mit herabfallenden Murmeln, die automatisch wieder nach oben transportiert werden, spielt die Maschine Musik auf einem Xylophon. Die einzelnen Komponenten werden elektronisch gesteuert.

Sonderpreis des Bayerischen Staatsministers für Unterricht und Kultus:

Den Sonderpreis erhielt in diesem Jahr Leonie Prillwitz, Schülerin am Maria-Ward-Gymnasium des Schulwerks der Diözese Augsburg. Sie überzeugte die Jury mit ihrer Untersuchung „Mikrofasern – Gefahr aus der Waschmaschine?! 2.0“. Mit Hilfe einer speziellen Rohrkonstruktion wurde untersucht, wie Filtermethoden für Waschmaschinenabwasser effizient aufgebaut werden können. Dabei wurden unterschiedliche Filtergewebe und die Wasserhärte berücksichtigt.

Die bayerischen Landessiegerinnen und -sieger präsentieren ihre Projekte vom 16. bis 19. Mai 2019 der Bundesjury beim Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU in Chemnitz (Sachsen). Nähere Informationen zum Landeswettbewerb „Jugend forscht 2019“, der in diesem Jahr von der DRÄXLMAIER Group unterstützt wurde, und zu den einzelnen Projekten unter: www.jugend-forscht-bayern.de (http://www.jugend-forscht-bayern.de) .

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